Die Veröffentlichung meines Artikels in Genome Biology (PMID: 40696461) und der Erhalt des MSNZ-Stipendiums zur Gründung meiner eigenen Gruppe waren Meilensteine, die auf eine solide wissenschaftliche Grundlage, ein unterstützendes Umfeld und eine enge Zusammenarbeit mit klinischen Partnern zurückzuführen sind. Ich hatte das Glück, in Dresden in einem Umfeld zu arbeiten, das translationales Denken fördert und mir die Freiheit gibt, ambitionierte Ideen zu verfolgen. Eine wichtige Erkenntnis ist, dass wirkungsvolle Wissenschaft selten das Ergebnis einer Einzelleistung ist. Mentoring, fachübergreifende Zusammenarbeit und Beharrlichkeit sind entscheidend - großartige Ideen entstehen oft in interdisziplinären, diversen Teams. Hinzu kommt, dass man seine Grenzen akzeptieren und auf die Expertise von anderen vertrauen sollte. Ein weiterer wichtiger Punkt ist die (langfristige) Investition und das Vertrauen in die nächste Generation von Wissenschaftler*innen – z.B. indem man sich aktiv an der Betreuung von Studierenden aller Stufen im Labor beteiligt. So sind gute Gymnasiasten/Bachelor-Studierende von damals interessierte und fähige Doktorand*innen von heute. Ich hatte das Glück, in den letzten Jahren elf solcher Talente (Doktorand*innen, Medizinstudent*innen, Master- und Bachelor-Studierende) zu betreuen. Darüber hinaus kann ich den Wert der guten Betreuung, die ich selbst erhalten habe, nicht genug betonen, da sie alles ermöglicht hat, was danach folgte – insbesondere durch meine Mentoren Prof. Frank Buchholz und Prof. Martin Bornhäuser sowie Prof. Daniel Stange und Prof. Martin Wermke.
Die kürzlich publizierte Arbeit in Genome Biology baut auf unseren früheren Erkenntnissen auf, dass die Korrektur der TP53-R273H-Mutation – die jährlich bei etwa 12.000 Krebspatienten in Deutschland auftritt – zu einem raschen Abbau von Krebszellen in Zelllinien und aus Patient*innen gewonnenen Organoiden führt. Interessanterweise beobachten wir nach der Mutationskorrektur eine weitgehend ähnliche Transkriptionsreaktion (durch Reaktivierung der p53-Zielgene), unabhängig vom Krebstyp. Dieses Ergebnis bietet sowohl eine Plattform für die Identifizierung des Beitrags einer Mutation zur Zellfitness als auch die Möglichkeit für eine therapeutische Reparatur des mutierten p53 - ein Tumorsuppressor-Protein, das den Spitznahmen “Wächter des Genoms” trägt. Wichtig ist, dass Strategien, die auf p53 abzielen, vielversprechend sind, aber da es sich bei p53 um einen Transkriptionsfaktor handelt, galt sein defektes Protein lange Zeit als nicht medikamentös behandelbar. Die Wiederherstellung des Wildtyp-p53 in seinem natürlichen Kontext ist der beste Ansatz um seine Funktion wiederherzustellen. Über die Auszeichnung unseres Artikels von der DG-GT als „Paper of the Quarter“ haben wir uns sehr gefreut.